23.04.2008, kein Nebel, kein Regen, leichter Wind, Lufttemperatur 18°Celsius, Wassertemperatur fast immer gleich an der Kleinen Drau.
Einfach ein Traumtag, ich spaziere mit meiner Familie an der Kleinen Drau (Bereich Reßnigbad) entlang. Natürlich habe ich meine Polbrille mit und schaue an dieser Strecke verstohlen an der einen oder anderen Stelle in den Bach. Die Stimmen um mich verklingen im rauschen des Baches und ich nicke nur noch, als wenn ich vestünde um was es ginge, obwohl ich nichts mehr von dem was die Leute reden mitbekomme. An dieser Stelle liebe Freunde, es tut mir Leid, ich habe wohl den Kontakt zu Euch verloren. Ein Anblick wie er nur im Buche stehen kann, und ich habe mein Werkzeug nicht mit. Halt, nicht das hier ein falsches Bild entsteht, natürlich meine ich nicht meine Fliegenrute sondern meine Kamera. Das Licht war einfach nur berauschend und die Fische begannen wie auf Kommando an zu steigen. Die Mäuler blitzen nur so auf. Gemächlich stiegen die großen Brummer an die Wasseroberfläche und holten sich ihre Nahrung, die kleinen hingegen waren etwas hektischer unterwegs. Das Ganze dauerte Eineinhalb Stunden und meine Familie war auch schon wieder vom Spaziergang zurück
und….
Das einzige was mir in dem Moment einfiel war “Sorry Leute, aber…” Schweigend und Kopfnickend wurde meine Entschuldigung angenommen, unter der Voraussetzung eine Runde Kaffee und Kuchen auszulassen. Ein stolzer Betrag bei fünf Personen, dachte ich mir. Das kommt ja einer Tageskarte für das fischen gleich, zumal ja alle gleich noch einen zweiten Kaffee nachbestellten. Aber was tut man nicht alles aus Leidenschaft zu seinem Steckenpferd. Was ich von diesen Erlebnis mitnehmen konnte, sind meine Erinnerungen an eine sehr schöne Stunde am Fluß, der mich Zeit, Arbeit und Alltägliche Verpflichtungen (und leider kurz auch meine kleine Familie), sowie das restliche Umweltrauschen um mich herum, vergessen ließ. Fazit: 1) Vergiss nie mehr deine Kamera, Blödmann. 2) Viel zu selten begebe ich mich nur zum beobachten an den Fluß, der für mich nie Spielplatz meines Egos darstellte, sondern in mir, immer wieder und immer öfter den Respekt gegenüber unserer Welt, Natur und dem darin oder darauf befindlichen Arten weckt. Ein indianisches Sprichwort sagt:
“Die Bäume sind das Fell dieser Erde, wir Menschen sind die Flöhe darin”
Etwas (Selbst) Kritik wird schon erlaubt sein, oder nicht? Nehmt Euch an der Nase, wir haben ein Erbe zu verwalten und zu vergeben, – an unsere Kinder. Die Welt wurde uns nicht geschenkt,-nein, sie wurde uns nur geliehen.